Klimawandel & Jetstream
- Benno Müller
- 14. Jan. 2023
- 2 Min. Lesezeit

Man hört immer wieder von Hitzewellen oder extremen Kälteperioden in Gebieten, die dafür nicht bekannt sind. Heute möchte ich euch kurz einen Einblick in ein Phänomen der Luftströmung des Erdsystems geben, welches mit diesen Ereignissen oft als Ursache in Verbindung gebracht wird, und zwar der Jetstream.
Gliederung
3 Ausblick
1 Was ist der Jetstream?
Während am Äquator viel Sonnenstrahlung ankommt und aufgenommen werden kann, erreichen die Pole nur vergleichsweise wenig Strahlung, die durch das weiße Eis auch zu größeren Teilen reflektiert wird. Die so entstehende warme Äquatorluft und kalte Polarluft wandern zueinander, bis sie sich in den mittleren Breiten treffen. Es entsteht ein Band aus starken Winden, welche durch die Erdrotation in West-Ost Richtung verlaufen.
Der so genannte "Jetstream" tritt in 10 Kilometern Höhe auf und erreicht Windgeschwindigkeiten von 100 bis über 350 km/h.
Er verläuft wie ein langes Band einmal um den Globus, und zeigt dabei ein Wellenmuster. In diesen Taschen kann sich die jeweilige Luft sammeln: in den nördlichen Teilen die kalte und regenreiche Polarluft (Tiefdruckgebiet), südlich des Jetstreams die warme trockene Tropenluft (Hochdruckgebiet). Das Wetter in Europa und Nordamerika ist viel von dieser Luftströmung und den damit transportierten Luftmassen abhängig.
2 Einfluss des Klimawandels
Durch den Klimawandel ändert sich nun dieses System. Da sich die Arktis etwas schneller erwärmt, verringert sich die Temperaturdifferenz zwischen warmer Tropenluft und kalter Polarluft. Der geringere Unterschied führt zu langsameren Winden. Der Jetstream wird also schwächer, und fängt an zu schlingern. Die Wellenartigen Ausläufe der Luftströmung sind größer, die Amplitude ist gestiegen.
Ähnlich wie auf einem Fahrrad, dass bei hohen Geschwindigkeiten schnurstracks geradeausfährt, während es beim langsam Fahren schwer fällt gerade zu bleiben.
Dadurch sehen wir weitere Ausläufer dieser Luftmassen. Sie können in Gebiete vordringen, wo sie noch nicht waren. Auf einmal führt eisige Polarluft zu Schneefällen in Texas, während die warmen Hochdruckgebiete Mittelmeerstimmung und 30°C nach Sibirien bringen.
Hinzukommt, dass sich diese Gebiete langsamer Bewegen. Während bei einem stabilen Jetstream die Hoch und Tiefdrucks sich recht zügig innerhalb von Tagen abwechseln können, verbleiben sie bei schwachem Jetstream über längere Zeit über dem gleichen Ort. Auf der Erdoberfläche ist das dann unter Hochdruckgebieten als länger anhaltende Dürre und unter Tiefdruckgebieten als länger anhaltende Regenzeit/Überschwemmung zu beobachten.

3 Ausblick
Mit fortschreitendem Klimawandel werden solche Ereignisse wahrscheinlicher. Dass es ein reales Phänomen mit spürbaren Folgen ist, haben die Vergangenen Jahre schon bewiesen. Bezüglich unserer Infrastruktur um solche Extremwetterereignisse abzufedern gibt es wohl auch noch Bedarf. Derzeit sind die aktuellen Systeme hauptsächlich für kurze Events mit hoher Intensität (viel Regen, hohe Temperaturen) ausgelegt. In Zukunft werden aber auch länger anhaltende Perioden mit hoher Intensität auftreten. Problematisch ist hier die ängere Dauer. Ein paar Tage mit 35°C und ohne Regen im Sommer sind verkraftbar, aber 2 Wochen unter diesen Bedingungen, welche nach kurzem Regenfall wieder eine Woche auftreten eher weniger.



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